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Männergesundheit – Haben Männer einen Zyklus?

Aktualisiert: 19. Apr.

Männern wird oft nachgesagt, dass sie dem Zustand ihrer Gesundheit wenig Aufmerksamkeit schenken. Meiner Ansicht nach ist das nur teilweise gerechtfertigt. Ich denke, die meisten Männer nehmen sehr wohl wahr, wenn ihr Körper Signale sendet – ob sie dann auch entsprechend darauf reagieren, ist eine andere Frage.


Einige von uns, die vielleicht etwas genauer auf sich selbst achten, haben womöglich schon bemerkt, dass es Tage gibt, an denen wir uns vorübergehend antriebslos, niedergeschlagen und gereizt fühlen. Mitunter scheint sogar das Körpergewicht kurzfristig anzusteigen, ohne dass es dafür eine klare Erklärung gibt. Das Gesicht im Spiegel wirkt plötzlich aufgedunsen – und diesmal liegt es nicht an einem Kater.


Ich erinnere mich, dass ich solche Phasen bereits vor rund dreißig Jahren wahrgenommen habe. Damals habe ich halb im Scherz zu meiner damaligen Freundin gesagt:

„Ich glaube, ich habe meine Tage.“


Wie sich herausstellen sollte, war diese Beobachtung gar nicht so weit von der Realität entfernt.



Der männliche Zyklus


Heute gilt es als anerkannt, dass auch Männer hormonellen Schwankungen unterliegen – und dass diese in engem Zusammenhang mit dem Sexualhormon Testosteron stehen.


Testosteron ist gewissermaßen das Hormon, das den männlichen Organismus prägt. Bereits während der fetalen Entwicklung sorgt ein Anstieg dieses Hormons dafür, dass sich der ursprünglich noch neutrale Körper in Richtung männlich entwickelt. Der Großteil des Testosterons wird in den Hoden produziert, ein kleiner Teil in den Nebennieren. Als Ausgangsstoff dient Cholesterin – was vielleicht erklärt, warum viele Männer eine gewisse Vorliebe für herzhafte, fettreiche Speisen haben.


Wenn der Testosteronspiegel hoch ist, erleben wir uns oft als energiegeladen, optimistisch und tatkräftig. Man könnte sagen: bereit für die Mammutjagd. Sinkt der Spiegel hingegen, kann sich das in Reizbarkeit, Müdigkeit und einem gewissen inneren Widerstand gegen Aktivität äußern – eher die Stimmung, sich aufs Sofa zurückzuziehen und den Fernseher einzuschalten.


Die Produktion von Testosteron verläuft dabei nicht gleichmäßig. Sie folgt sowohl einem mehrwöchigen Rhythmus – in etwa vier bis sechs Wochen – als auch einem täglichen Zyklus. Im Tagesverlauf ist der Spiegel am Abend am niedrigsten und erreicht in den frühen Morgenstunden seinen Höhepunkt. Interessanterweise verläuft dieser Rhythmus entgegengesetzt zum weiblichen Hormonverlauf.



Veränderungen im Laufe des Lebens


Ab etwa dem mittleren Lebensalter beginnt der Testosteronspiegel allmählich zu sinken – ein Prozess, der häufig als Andropause bezeichnet wird.


Man könnte argumentieren, dass diese Entwicklung durchaus ihre Berechtigung hat. So eindrucksvoll es aus evolutionärer Sicht erscheinen mag, bis ins hohe Alter aktiv zu bleiben und Nachkommen zu zeugen, entspricht das nicht unbedingt den Anforderungen eines alternden Körpers. Gleichzeitig bleibt ein gewisses hormonelles Gleichgewicht wesentlich für unser Wohlbefinden.


Sinkt der Testosteronspiegel über längere Zeit deutlich ab, kann dies mit Zuständen in Verbindung stehen, die heute unter Begriffen wie „Irritable Man Syndrome“ beschrieben werden.



Einflüsse der modernen Umwelt


Ein Thema, das zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist der Einfluss moderner Umweltfaktoren auf das hormonelle Gleichgewicht.


Es lässt sich beobachten, dass Testosteronwerte bei Männern insgesamt rückläufig sind. Gleichzeitig nehmen Herausforderungen im Bereich der Fruchtbarkeit und allgemeinen Vitalität zu. Eine mögliche Erklärung dafür liegt in der steigenden Belastung durch chemische Substanzen, die im Körper hormonähnliche Wirkungen entfalten können.


Einige dieser Stoffe wirken wie Östrogen, andere hemmen die Wirkung männlicher Hormone. Sie finden sich unter anderem in Kunststoffen, Pestiziden oder auch in Rückständen von Medikamenten, die über Wasser und Nahrung wieder in den menschlichen Organismus gelangen.


Östrogene sind grundsätzlich auch beim Mann vorhanden und erfüllen wichtige Funktionen. Verschiebt sich das Gleichgewicht jedoch zu stark in diese Richtung, kann dies das gesamte hormonelle System beeinflussen.



Mögliche Ansätze im Umgang


Vor diesem Hintergrund erscheint es sinnvoll, sich mit dem eigenen Lebensstil bewusster auseinanderzusetzen.


Neben medizinischen Ansätzen gibt es auch traditionelle Perspektiven, die sich mit Männergesundheit beschäftigen. In verschiedenen Kulturen wurden bestimmte Pflanzen verwendet, die in diesem Zusammenhang eine Rolle spielen. Dazu zählen etwa Kiefernpollen, Ginseng oder auch Brennnesselwurzel, die sowohl in der chinesischen als auch in der europäischen Tradition eine lange Geschichte haben.


Auch die Ernährung und alltägliche Gewohnheiten spielen eine Rolle. Ebenso kann der Umgang mit Bewegung, Regeneration und Stress einen Einfluss darauf haben, wie sich der eigene Zustand entwickelt und wahrgenommen wird.


Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist dabei das Körperfett, insbesondere im Bauchbereich, da dieses aktiv in hormonelle Prozesse eingebunden ist.



Wahrnehmung und Selbstbeobachtung


Was sich in diesem Zusammenhang immer wieder zeigt, ist die Bedeutung von Wahrnehmung.


Viele Männer nehmen Veränderungen im eigenen Körper erst dann ernst, wenn sie deutlich spürbar werden. Eine feinere Selbstbeobachtung kann helfen, diese Prozesse früher zu erkennen und besser einzuordnen.


Dabei geht es weniger um Kontrolle als vielmehr um ein Verständnis für die eigenen Rhythmen.



Ausblick


Dieses Thema ist nur ein Einstieg in ein weit größeres Feld rund um Männergesundheit, Energie und hormonelle Balance.


Wenn du dich damit näher beschäftigen möchtest, gibt es bereits eine konkrete Möglichkeit:


Am 2. Oktober 2026 von 17:00 bis 20:00 Uhr findet der Impulsabend

„Wechseljahre beim Mann“ mit mir im Female Space statt.


An diesem Abend gehen wir gemeinsam tiefer auf die Zusammenhänge von Testosteron, Lebensstil und innerer Balance ein – praxisnah, verständlich und mit Raum für eigene Fragen und Erfahrungen.


Ich freue mich, wenn wir diesem oft wenig beleuchteten Thema gemeinsam mehr Aufmerksamkeit schenken.

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